Die Gastroenteritis ist eine Entzündung der Schleimhäute von Magen und Dünndarm. Meistens erfolgt die Infektion durch das Rotavirus über den oralen, fäkal-oralen, Haushalts-, Nahrungs- oder Wasserweg. In diesem Fall betrifft der entzündliche Prozess auch die Schleimhaut des Rachens.
Bei einer Infektion des Dickdarms wird die Erkrankung als Gastroenterokolitis bezeichnet. Je nach Schweregrad der Symptome unterscheidet man zwischen akuter Gastroenteritis und ihrer langdauernden Form. Umgangssprachlich wird die Krankheit nicht selten als Mageninfluenza bezeichnet.
Die Ausbrüche akuter Gastroenteritis wurden in offiziellen medizinischen Dokumenten bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben. Heute nimmt diese Erkrankung nach wie vor den zweiten Platz hinsichtlich der Verbreitung in sozial benachteiligten Regionen ein. Im Jahr 1980 starben weltweit mehr als 4,6 Millionen Menschen an akuter Gastroenteritis.
Dank moderner Behandlungsstandards für die akute Gastroenteritis ist es gelungen, die Sterblichkeit heute auf ein Drittel zu verringern.
Ein Erreger der Gastroenteritis ist das Rotavirus aus der Familie der Reoviridae. Es gibt mehrere Spezies dieses Mikroorganismus, die bei Menschen Entzündungen der Schleimhäute von Magen und Dünndarm verursachen. Andere gelten als typische Erreger der akuten Gastroenteritis bei Tieren und sind für den Menschen nicht gefährlich.
In den meisten Fällen ist der Virus der akuten Gastroenteritis die Ursache für die sogenannte Reisekrankheit – eine akute Vergiftung und Störung des Darmtrakts.
Für Rotaviren ist eine hohe Überlebensfähigkeit unter Umweltbedingungen charakteristisch: Der Erreger der akuten Gastroenteritis behält bis zu zwei Monate seine Lebensfähigkeit in Leitungswasser bei 20 °C, bis zu einem Monat auf Gemüse und bis zu sieben Monaten in Fäkalien.
Eine häufige Quelle der Ansteckung mit Rotaviren ist der Mensch; die gefährlichste Phase wird als erste Krankheitswoche betrachtet. In den folgenden 10–30 Tagen nimmt die Infektiosität (die Wahrscheinlichkeit, andere zu infizieren) beim Kranken allmählich ab.
Bei seltenen Fällen kann der menschliche Organismus Viren auch einige Monate nach dem Ende der Krankheit ausscheiden; dabei fehlen jedoch spezifische Symptome der Gastroenteritis.
Asymptomatische Infektionsträger treten in der Regel unter Erwachsenen auf, während die Gastroenteritis bei Kindern im Gegensatz dazu in der schärfsten Form verläuft.
Die termingemäße Aufspürung solcher asymptomatischen Träger der Infektion in den Schulen, den Kindergärten und den übrigen Institutionen spielt die riesige Rolle für die Prophylaxe der scharfen Gastroenteritis bei den Kindern. Es sind für die Viren die Kinder bis zu 3 Jahren am meisten empfänglich.
Bis zum ersten Lebensjahr ist die Mutter häufig die Quelle der Ansteckung mit Gastroenteritis bei Kindern; zur Risikogruppe gehören Säuglinge mit angeborenen Erkrankungen, verschiedenen Formen von Immunitätsdefekten oder künstlicher Ernährung.
Die postinfektiöse Immunität bei Gastroenteritis ist kurzlebig.
Das Krankheitsbild beginnt akut nach einer Inkubationszeit von 1–5 Tagen; zu den frühesten Symptomen zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Bei der leichten Form der Gastroenteritis kann das Erbrechen einmalig auftreten und klingt im Laufe der ersten Tage ab; jedoch manifestiert sich bei der akuten Form dieses Symptoms, wie die Diarrhöe, bis zu 5–7 Tagen. Der rasch fließende Stuhl wird dabei bis zu 6-mal pro Tag beobachtet.
Patientinnen mit Symptomen einer Gastroenteritis beklagen Schwächegefühl, Schmerzen im Bereich des Nabels, Magenschwere sowie Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen.
Bei der schweren Form der akuten Gastroenteritis, insbesondere bei Kindern, handelt es sich um einen fäkalen, flüssigen und schaumigen Stuhl mit Schleim Beimischungen, der bis zu 12–15-mal pro Tag auftritt.
Der Arzt beachtet rechtzeitig bei der Untersuchung des Patienten folgende klinischen Symptome einer Gastroenteritis:
Bei schweren Formen einer akuten Gastroenteritis sind Fieber und schwere Dehydrierung bis hin zu Kreislaufinsuffizienz und Anurie möglich.
Ein typisches Symptom der Rotavirus-Gastroenteritis ist das Krankheitsbild im Kontext von Atemwegs-Komplikationen: Entwicklung einer Pharyngitis, Rhinitis oder einer gemischten Form der Erkrankung.
Zur Labordiagnostik der Gastroenteritis kommen Methoden wie ELISA, RKA und RSK sowie immunologische Verfahren (Immunpräzipitation oder Immunfluoreszenz) zur Anwendung, die das Ausscheiden von Viren in den Stuhlproben nachweisen.
Eine wirksame ätiotrope Therapie der Gastroenteritis fehlt; dies bedeutet, dass der modernen Medizin die gezielte Beeinflussung der Krankheitsursache nicht bekannt ist.
Zur Erstversorgung bei frühen Symptomen der Gastroenteritis gehören:
Bei der scharfen Gastroenteritis bei den Kindern des frühen Alters ist es die Frauenmilchernährung empfehlenswert, fortzusetzen.
Zur medikamentösen Behandlung der Gastroenteritis kommen Polyenzympräparate wie Abamin, Polywinter, Pankreatin und Festal sowie Adsorbentien und Medikamente mit antispasmodischer Wirkung zum Einsatz.
Zur Korrektur des Flüssigkeits- und Elektrolytgleichgewichts bei schwerer Gastroenteritis wird eine intravenöse Infusion von Regidratoren verwendet; die orale Gabe von plasmasubstituierenden und entgiftenden Lösungen (z. B. Regidron, Refortan) erfolgt bei leichter bis mittelschwerer Gastroenteritis.
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