Das Insulinom ist eine Variante von Tumoren, die vermehrt Insulin sezernieren und häufig zu hypoglykämischen Attacken führen. Meist handelt es sich um ein Insulinom der Bauchspeicheldrüse; sehr selten können solche Tumoren auch im Pankreas oder in der Leber entstehen.
Das Insulinom betrifft hauptsächlich Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 25 und 55 Jahren, während bei Kindern und Jugendlichen diese Erkrankung praktisch nicht vorkommt.
In 90 % der Fälle handelt es sich beim Insulinom der Bauchspeicheldrüse um ein gutartiges Neoplasma. Bei einigen Patientinnen ist das Auftreten eines Insulinoms ein Zeichen einer endokrinen Pluraladenomatose.
Die Hauptmanifestation sind hypoglykämische Attacken, die durch einen erhöhten Insulinspiegel im Blut bedingt sind. Dies führt zu plötzlichen Anfällen von allgemeiner Schwäche und Müdigkeit, begleitet von Tachykardie (Herzpalpitationen), Schwindelgefühl, Angst und Unruhe. Zudem verspüren die Patientinnen starken Hunger; nach der Nahrungsaufnahme verschwinden diese Symptome sofort.
Besonders gefährlich ist der Verlauf bei Patientinnen, die keine Hypoglykämien wahrnehmen. Sie können den Zustand nicht rechtzeitig erkennen und stabilisieren. Bei weiterer Senkung des Blutzuckerspiegels wird ihr Verhalten unangemessen; es können Halluzinationen mit klaren, bildhaften Inhalten sowie profuse Schwitzen und Diplopie auftreten. Die Patientinnen können gewaltsame Handlungen gegen ihre Umgebung unternehmen, um Lebensmittel von ihnen zu nehmen.
Ein weiterer Abfall des Blutzuckerspiegels führt zur Erhöhung des Muskeltonus bis hin zu epileptischen Anfällen. Gleichzeitig steigt die Tachykardie an, der arterielle Blutdruck erhöht sich und die Pupillen erweitern sich.
Fehlt dem Patienten ärztliche Betreuung, entwickelt sich ein hypoglykämisches Koma: Bewusstseinsverlust, Erweiterung der Pupillen, Absinken des Muskeltonus, Ausfall der Schweißsekretion sowie Störungen von Herzrhythmus und Atemfrequenz mit sinkendem arteriellen Blutdruck; auf diesem Hintergrund kann eine Hirnwasserschwellung entstehen.
Neben den Hypoglykämie-Anfällen ist für Insulinome ein weiteres Symptom die Zunahme der Körpermasse bis hin zur Entwicklung einer Fettleibigkeit.
Es ist nicht nur für die Patientinnen, sondern auch für ihre nächsten Angehörigen von großer Wichtigkeit, die Symptome des Insulinoms gut zu kennen, um Hypoglykämie-Anfälle rechtzeitig zu unterbrechen und das Auftreten einer Psychose oder eines Komas zu verhindern.
Das Glukosedefizit wirkt sich schädlich auf die Gehirneuronen aus; häufige und langdauernde Anfälle bei Insulinomen können daher zur Entwicklung zirkulatorischer Enzephalopathien, Parkinsonismus sowie eines Epilepsiesyndroms führen.
Die Diagnostik des Insulinoms birgt teilweise erhebliche Schwierigkeiten: Bei Verdacht auf ein Insulinom wird der Patient hospitalisiert und unter sorgfältiger medizinischer Kontrolle einem 24- bis 72-stündigen Fasten unterzogen; bei Auftreten von Symptomen werden Blutproben zur Bestimmung des Glukose- und Insulinspiegels entnommen, wobei ein niedriger Glukosespiegel in Kombination mit hoher Insulinkonzentration auf das Vorhandensein eines Insulinoms hinweist.
In der folgenden diagnostischen Phase wird die genaue Lokalisation des Insulinoms ermittelt; dazu kommen Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie sowie Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, wobei in einigen Fällen eine laparoskopische oder laparotomische Diagnostik erforderlich sein kann.
Eine Hauptmethode der Insulinombehandlung ist die chirurgische Operation, bei der das Tumorvolumen innerhalb gesunder Gewebe entfernt wird.
Für Fälle, in denen eine operative Behandlung aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, wird eine konservative Therapie verordnet: Sie umfasst eine rationelle Ernährung, die zeitgerechte Unterbrechung von Hypoglykämie-Anfällen sowie eine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der Stoffwechselprozesse im Gehirn.
Zur Linderung einer Hypoglykämie-Attacke ist es am einfachsten, dem Patienten eine Tasse süßen heißen Tee oder einen Bonbon anzubieten; bei Bewusstlosigkeit muss intravenös Glukose verabreicht werden, und bei Entwicklung einer Psychose oder eines hypoglykämischen Komas unverzüglich der Rettungsdienst gerufen werden.
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