Blepharitis

Blepharitis

Unter Blepharitis versteht man die Entzündung des Augenlidrandes. Diese häufig auftretende Erkrankung neigt zur Chronizität und betrifft Personen jeden Alters; bei Kindern ist sie die häufigste Augenerkrankung.

Bei der Blepharitis kann das Auge zunächst unverändert bleiben, was oft zu der Fehleinschätzung führt, dass die Erkrankung unbedeutend sei und keine Behandlung erfordere. In Wirklichkeit verläuft sie jedoch anders: Der langdauernde Prozess unterliegt einer ständigen infektiösen Wirkung, was erhebliche Probleme verursachen und eine Verschlechterung des Sehvermögens nach sich ziehen kann.

Ursachen der Blepharitis

Die Erkrankung manifestiert sich meist durch einen infektiösen Erreger (Bakterien, Pilze oder Viren) oder ein allergisches Agens. Zwar können die Blepharitis verschiedene Auslöser haben, doch besitzt eine verminderte Immunität als unmittelbare Ursache für die Entzündung des Augenlidrandes den höchsten Stellenwert, insbesondere bei kürzlich aufgetretenen oder bestehenden Allgemeinerkrankungen. Häufig entwickelt sich die Blepharitis bei Menschen mit Diabetes, Wurminfektionen (Helminthiasis), Tuberkulose oder onkologischen Erkrankungen. Nicht selten geht sie auch mit einer nicht korrigierten Weitsichtigkeit einher. In den letzten Jahren wurde das Syndrom des trockenen Auges zu einer der häufigsten Ursachen: Durch selteneres Blinken wird die Hornhaut unzureichend befeuchtet. Dieser Zustand betrifft vor allem Personen, die viel Zeit vor dem Computermonitor verbringen. Bei Kindern ist oft eine Verletzung der Hygiene (Übertragung von Keimen durch schmutzige Hände) auslösend.

Formen der Blepharitis

Man unterscheidet nach dem Befallsort:

  • Vorrandbeteiligung: Bei dieser Form ist ausschließlich der vordere Augenlidsrand betroffen.
  • Hinterer Randlidrandblepharitis: Es handelt sich um den hinteren Lidrand, der die Meibomidrüsen enthält.
  • Winkel- oder Angulärbeteiligung: Die entzündlichen Erscheinungen sind in den Augenwinkeln lokalisiert.

Je nach Auslösefaktor unterscheidet man:

  • Seborrhoische Blepharitis: Oft wird sie mit Erscheinungsformen der Seborrhö auf den Augenbrauen und der behaarten Kopfhaut kombiniert.
  • Ulzeröse Blepharitis: Sie manifestiert sich durch eine Staphylokokken-Infektion in den Wimpernfollikeln, was zu einer eitrigen Entzündung führt, die schließlich zur Exulzeration übergeht.
  • Demodex-Blepharitis: Sie entsteht durch die Zecke *Demodex folliculorum* oder *Demodex brevis*, die in die Wimpernfollikel und Meibomidrüsen eindringt.
  • Allergische Blepharitis: Sie manifestiert sich gewöhnlich als Teil einer allergischen Entzündung der Schleimhäute anderer Körperabschnitte. Als Auslöser kommen Hautschuppen von Haustieren, Blütenstaub blühender Pflanzen, Medikamente, Staub sowie Haushaltschemikalien infrage.
  • Rosazea-Blepharitis oder Akne-Blepharitis: Diese Formen werden in der Regel von einer rosaceaartigen Entzündung begleitet.

Symptome der Blepharitis

Symptome der Blepharitis Die allgemeinen Symptome der Blepharitis umfassen Rötung und Schwellung des Lidrandes, Jucken oder unangenehmes Brennen im Bereich der Entzündung sowie das Auftreten verschiedener entzündlicher Bildungen. Bei der Ulzerösen Blepharitis handelt es sich um die Bildung von Krusten am Lidrand; bei der Seborrhoischen um graue, fettige Schüppchen; bei der Demodetischen um klebrige Absonderungen aus den Wimpernfollikeln. Charakteristisch für die allergische Blepharitis sind reichliche Schleimabsonderungen, während bei der Rosazea-Blepharitis das Auftreten kleiner grauroter Knötchen vorliegt, die später in Pusteln übergehen. Bei der Blepharitis des Auges kommt es rasch zu Ermüdung; es zeigt sich eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, die gelegentlich in Photophobie übergeht. Da die Erscheinungsformen der Erkrankung häufig mit den Wimpernfollikeln verbunden sind, gehören Veränderungen der Wimpern – wie das Verkleben oder das Ablösen sowie das Wachstum in falscher Richtung – zu den charakteristischen Symptomen.

Die Blepharitis bei Kindern zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind die Augen ständig reibt, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit aufweist und die Augen am Morgen durch vertrocknete Sekrete kleben. Meistens tritt die Blepharitis bei Kindern in der Ulzerösen oder allergischen Form auf.

Die Diagnostik der Blepharitis

Aufgrund der charakteristischen Symptome führt die Diagnosestellung in der Regel keine Schwierigkeiten auf; sie erfolgt mittels Spaltlampenuntersuchung. Zur Bestimmung des infektiösen Erregers ist eine Präzisierung erforderlich, wofür Abstriche von der Bindehaut und den Wimpernwurzeln mit anschließender labormedizinischer Analyse des gewonnenen Materials durchgeführt werden. Ist die allergische Natur der Blepharitis festzustellen, so werden Allergietests zur Identifizierung des Auslösers angewendet.

Die Behandlung der Blepharitis

Zu den Erkrankungen, die sich trotz therapeutischer Bemühungen nur schwer unterwerfen und einen langdauernd rezidivierenden Verlauf aufweisen, zählt die Blepharitis. Daher sollte ihre Behandlung hartnäckig und konsequent sein sowie neben lokalen Prozeduren allgemein kräftigende Methoden umfassen, die auf die Stärkung der Immunität gerichtet sind. Ergänzend kommen Vitamintherapien und die Einnahme immunstimulierender Präparate mit weicher Wirkung zum Einsatz; ein Beispiel hierfür ist "Imunal", ein pflanzliches Präparat, dessen Bestandteile Saft der Purpur-Echinacea umfassen.

Ist eine Weitsichtigkeit festgestellt worden, so müssen unbedingt Maßnahmen zur Korrektur mittels Brillengläser oder Kontaktlinsen ergriffen werden. Das Syndrom des trockenen Auges muss ebenfalls therapiert werden; hierfür ist es erforderlich, bei der Arbeit am Computer Pausen von jeweils 30 Minuten bis maximal einer Stunde einzulegen. Bei einem bereits bestehenden Syndrom des trockenen Auges wird das Einträufeln von Lösungen mit Adrenalin angewendet, beispielsweise "Visine".

Für die lokale Behandlung der Blepharitis werden entzündungshemmende Präparate in Form von feuchten Kühlverbänden, Salben und Tropfen eingesetzt. Ist ein spezifischer infektiöser Erreger, etwa Staphylokokken oder Demodex, nachgewiesen worden, kommen Antibiotika oder antimikrobielle Mittel zum Einsatz. Eine sorgfältige Beachtung der Augenhygiene sowie die vollständige Vermeidung von Kosmetika während der gesamten Dauer der Blepharitis-Behandlung sind unerlässlich.

Behandlung der Blepharitis mit Volksmitteln

Da die Therapie der Blepharitis im Verlauf mehrerer Monate andauern kann, ist eine langfristige Einnahme medikamentöser Präparate unerwünscht; daher wird ein periodischer Wechsel der Medikamente zur Prophylaxe allergischer Reaktionen empfohlen. In diesem Fall bietet sich die Anwendung von Volksmitteln als gute Alternative an.

Salbe zur Behandlung der Blepharitis

Bei der Behandlung der Blepharitis werden vorrangig Volksmittel eingesetzt, insbesondere das Waschen der Augen sowie die Anwendung von feuchten Kühlverbänden mittels Aufgüssen oder Suds aus medizinischen Kräutern. Zu diesem Zweck kommen Kamillenblüten, Ringelrosen, Kornblumen, Salbeiblätter und Eukalyptusblätter zum Einsatz. Ein häufig verwendetes Volksmittel ist der Zwiebelsud mit Zugabe einer kleinen Menge Boric-Säure; damit werden die Augen mehrmals täglich gewaschen. Auch das Waschen des Auges mit einem Aufguss aus schwarzem Tee in gleichen Anteilen von schwarzem und grünem Tee zeigt gute Ergebnisse.

Bei der Anwendung von Volksmitteln zur Behandlung der Blepharitis sind zwei Aspekte zu beachten: Erstens können pflanzliche Präparate, wie auch konventionelle Arzneimittel, unerwünschte Reaktionen (beispielsweise Allergien oder lokale Reizungen) hervorrufen; daher ist vor der Anwendung eine Konsultation beim Augenarzt ratsam. Zweitens sollte die Anwendung dieser Mittel zur Erzielung eines therapeutischen Effekts häufig (mehrmals täglich) und über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Ob Dass Sie das wissen:

In vier Kugeln dunkler Schokolade sind etwa 200 Kalorien enthalten. Wer nicht genesen will, sollte pro Tag nicht mehr als zwei Stück essen.


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