Karmin

Karmin (der Farbstoff E120) – ein Nahrungszusatzstoff mit kräftig purpurner Farbe. Die Färbung des Karmins hängt vom pH-Wert der Umgebung ab: In saurer Umgebung erscheint es orange, in neutraler rot und in alkalischer Umgebung purpurfarben. Formel des Farbstoffs Karmin

Karmin ist der standfesteste Farbstoff seiner Gruppe; er ist gegenüber Oxidation, Erhitzung und Lichteinwirkung stabil.

Die Geschichte des Karmins

Noch vor Jahrhunderten kostete Karmin mehr als Gold. Europäer stießen erstmals im Jahr 1518 darauf. Damals wurde der Farbstoff von spanischen Konquistadoren aus Spanien nach Europa gebracht. Lateinamerikanische Völker verwendeten die Substanz traditionell zur Färbung von Garn und Textilien, während in Armenien seit langem Miniaturen auf Pergament damit gefärbt wurden. Die industrielle Massenproduktion des Karmins begann vor etwa 90 Jahren; damals begannen Verbände, den Farbstoff in der Lebensmittelindustrie einzusetzen.

Gewinnung des Farbstoffs Karmin

Das Karmin-Acidum, aus dem der Zusatzstoff E120 hergestellt wird, gewinnt man auf eine sehr originelle Weise: aus den Körpern der Weibchen der Cochenille-Spinne (Dactylopius coccus). Diese Insekten leben auf Kanaren, in Amerika und Peru und parasitieren an bestimmten Sträuchern und Bäumen.

Das Karmin-Acidum ist das Pigment aus den Eiern und dem Hinterleib der Weibchen der Cochenille-Spinne. Der Farbstoff wird durch Fällung des Karmin-Acids in Gegenwart von Calcium- und Aluminiumkationen gewonnen. Der Extrakt, der aus den Insektenkörpern isoliert wird, kann 15 bis 20 % Karmin-Acidum enthalten.

Das Rotfärben des Weibchens erfolgt vor dem Eierlegen; in dieser Phase sammeln Schützlinge ihre Hüllen, reinigen sie von den Insekteninnereien, trocknen und behandeln sie mit Natriumcarbonat oder Ammoniak. Der daraus gewonnene wasserlösliche Extrakt wird Koschenillerot genannt. Für die Gewinnung eines Kilogramms Farbstoffs sind mehr als 1,5 Millionen Weibchen der Koschenille erforderlich; daher ist er teurer als andere ähnliche Lebensmittelzusatzstoffe. Karmin ist ein farbstoff mit rötlich-lilafarbenem Farbton

Anwendung von Karmin

Der Lappen des Karmins nimmt auf dem Markt der natürlichen Farbstoffe einen Anteil von 11 % ein. Hauptanwendungsgebiete sind die Fisch- und Fleischverarbeitung sowie die Konditorei- und Milchindustrie; genutzt wird er für Soßen, Würste, Glasur, Ketchup, Säfte und Gelees. Er verleiht delikaten Speisen und Wurstwaren eine feine rötliche Schattierung. Dieser natürliche Farbstoff dient der Verbesserung des Aussehens von Lebensmitteln sowie der Optimierung ihrer Färbung.

Verwendung von Karmin in der Parfüm- und Kosmetikindustrie sowie zur Färbung feinster Textilien.

Risiken durch Karmin

Der vorliegende Farbstoff gilt bei individueller Unverträglichkeit aller synthetischer und natürlicher Farbstoffe als besonders gesundheitsgefährdend; seine negativen Auswirkungen können sich in schweren allergischen Reaktionen äußern.

Ob Wussten Sie, dass...

Bereits zwei Lächeln pro Tag können den arteriellen Blutdruck senken und das Risiko für Herzinfarkte sowie Schlaganfälle verringern.


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