Der Begriff „Alopezie" ist lateinischen Ursprungs und bedeutet wörtlich „Haarausfall". Man sollte diese Erkrankung nicht mit dem physiologischen Haarausfall verwechseln, der ein Teil des normalen Erneuerungsprozesses der Haardecke darstellt und bei jedem Menschen regelmäßig stattfindet. Ist die Diagnose Alopezie gestellt worden, ist eine Behandlung zwingend erforderlich, da das vollständige Haarverlust ohne sie sehr schnell eintreten kann.
Die androgene Alopezie – tritt aufgrund eines erhöhten Testosteronspiegels oder einer anomalen Empfindlichkeit des Haars gegenüber diesem Hormon auf. Im letzteren Fall kann es auch bei normalem Testosteronwert zu Haarausfall kommen. Am häufigsten wird die androgene Alopezie bei Frauen beobachtet, insbesondere während Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Rahmen der Menopause. Bei Männern manifestiert sich diese Erkrankungsform wesentlich seltener und betrifft hauptsächlich Personen fortgeschrittenen Alters.
Der diffuse Haarausfall – ist ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung oder Störungen in der Funktion der Hauptsysteme des Organismus. Zudem kann diese Form stressbedingt sein, sowie durch Eisenmangel und falsche Ernährung verursacht werden. Der diffuse Haarausfall zeichnet sich dadurch aus, dass das Haar reichlich und gleichmäßig ausfällt, was die Aufstellung einer korrekten Diagnose teilweise erschwert.
Die Alopezie areata (auch Nestalopecia) – tritt bei Frauen wie Männern in jedem Alter mit gleicher Häufigkeit auf. Ein Symptom der Krankheit ist das Auftreten von kreisförmigen kahlen Stellen auf dem Kopf oder Haarausfall an anderen Körperbereichen, beispielsweise Bart und Augenbrauen. Mit der Zeit können diese Glatzen sich verlagern oder vollständig verschwinden. Die Ursache für die Entwicklung der Alopezie areata beim Menschen ist unklar; Forscher gehen davon aus, dass eine Störung im Immunsystem vorliegt.
Noch einmal sei betont, dass man den Grund nicht mit der Untersuchung verwechseln sollte. So wird beispielsweise sehr oft die Diagnose Alopezie bei Frauen im Verlauf der genannten Behandlung nicht bestätigt, da der Haarausfall mit saisonalen Faktoren oder Schwangerschaft und Geburt des Kindes zusammenhängt. Der vorübergehende Haarausfall tritt auch bei onkologischen Patientinnen nach Durchführung eines Chemotherapie-Kurses auf. Aus diesem Grund werden die androgene Alopezie sowie die übrigen Erkrankungsformen nur nach umfassender Überprüfung und Forschung der notwendigen Analysen diagnostiziert.
Bei der Diagnose „Kreishaarschwund" wird den Patientinnen eine immunkorrigierende Therapie empfohlen. Wie bereits erwähnt, wird diese Form als Autoimmunerkrankung eingestuft; ihre hohe Effektivität durch Immunmodulatoren und nichtspezifische Immuntherapeutika ist teilweise bestätigt.
Wenn die Alopecia mit Störungen des Nervensystems verbunden ist, muss man primär psychoemotionale Belastungen sowie Folgen von Schädel-Hirn-Traumen und vegetativen Dysbalancen vermeiden. Falls notwendig, werden dem Patienten Tranquilizer, Beruhigungspräparate, vegetotropische Mittel oder eine 2 %ige Novocain-Lösung verschrieben. Manchmal wird ein Hypnosetherapie-Kurs durchgeführt.
Der diffuse Haarausfall, der auf falsche Ernährung, Anämie und Hypovitaminose zurückzuführen ist, wird mit Hilfe von Biostimulatoren (Phytin, Aloe-Extrakt oder Plazentaextrakt, Eisensirup aus Aloe) behandelt. Gute Ergebnisse werden durch subkutane Injektionen von Natriumarsenat (2–3 Mal täglich) und Novocain-Lösung erzielt. Auch Volksmittel genießen große Popularität, insbesondere Tinkturen aus Limonen, Samanis und Aral.
Der menschliche Haarausfall ist häufig mit Seborrhoe, Erythrodermie und anderen Dermatosen verbunden. Wird die Alopecia durch diese Erkrankungen ausgelöst, besteht die Behandlung in der Beseitigung der Ursache, also der direkten Therapie der Dermatose, woraufhin der Prozess des Haarausfalls aufhört. Beachten Sie zudem, dass Glatzenbildung eine Folge der Einnahme bestimmter Präparate (sexuelle Hormone, Isoniazid, Anorexika, Antikoagulanzien), einer Intoxikation, Röntgenstrahlen oder häufiger Kaltwellen des Haares sein kann. Bei Kindern tritt meist eine physiologische Alopecia auf, die keine spezielle Behandlung erfordert und sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums von selbst zurückbildet.
Schwere Formen der Erkrankung, die durch die Entwicklung von Narben und atrophischen Hautveränderungen begleitet werden, sprechen tatsächlich nicht auf die Behandlung an, da negative Prozesse das System der Erneuerung des Haarballs betreffen und dessen normales Funktionieren vollständig unterbinden. Ausnahmen bestehen jedoch; sie sind selten, und eine positive Dynamik ist nur bei langfristiger, komplexer Therapie in spezialisierten Kliniken erreichbar.
Da die Alopecia bei Frauen und Männern häufig mit falscher Ernährung verbunden ist, wird den Patienten eine strenge Diät verordnet. Diese beschränkt die Natriumchlorid-Menge in der Nahrung und fördert die Aufnahme von Gemüse, Früchten, Leber, Fisch, Milch, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Gräsern. Eine der ergiebigsten Methoden zur Gewichtsreduktion und zum Entgiften des Organismus ist die Gurkendiät. Gleichzeitig wird eine lokale Therapie durchgeführt, bei der verschiedene Mittel und Salben eingesetzt werden, um in den Herd des Haarausfalls einzudringen.
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