Eine Infektionskrankheit, die sich durch eine Infektion des Lymphsystems des Darmkanals, eine starke Intoxikation und eine Bakteriämie auszeichnet; sie wird als Typhus bezeichnet.
Der Erreger des Typhus abdominalis ist das Stäbchen *Salmonella typhi*. Es vermehrt sich im Lumen des Darmkanals, dringt dann durch die Schleimhaut in den Lymphapparat (Peyer-Platten, solitary Follikel, regionale Lymphknoten) ein. Anschließend gelangen die Mikroben aus den Lymphknoten ins Blut und verursachen eine Bakteriämie. Beim Absterben des Erregers wird Toxin freigesetzt, das die ausgeprägte Intoxikation des Patienten bewirkt.
Infektionsquellen sind Erkrankte und Bazillenträger, die den Erreger über Urin und Fäkalien ausscheiden. Besonders gefährlich sind Träger von *Salmonella typhi*, die in Kindereinrichtungen oder in der Lebensmittelwirtschaft tätig sind.
Die Mikroben dringen peroral in den menschlichen Organismus ein. Folgende Übertragungswege des Typhus abdominalis existieren:
Die nicht unwesentliche Rolle bei der Übertragung der Infektion spielen die Fliegen.
Für den Bauchtyphus sind Menschen jeden Alters empfänglich, doch meistens betrifft es Kinder im Schulalter. Anschließend entwickelt sich eine spezifische und ausreichend dauerhafte Immunität; daher werden erneute Fälle von Bauchtyphus praktisch nicht beobachtet.
Die Inkubationsperiode, d.h. die Zeit vom Moment der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome des Bauchtyphus, beträgt durchschnittlich zwei Wochen.
Die Krankheit beginnt sich allmählich durch eine Erhöhung der Körpertemperatur zu entwickeln. Die Temperatur steigt stufenweise an und erreicht 40 Grad Celsius. Beim Kranken verschlimmert sich das allgemeine Unwohlsein, der Appetit geht verloren, es entstehen Verstopfungen, und der Schlaf wird gestört.
Bei Palpation des Bauches werden Hepatomegalie und Splenomegalie sowie ein Knurren in den rechten und linken Bereiche des Bauches festgestellt. Die Zunge ist von einer dicken Schicht Belag bedeckt und geschwollen. An ihren Rändern sind Abdrücke der Zähne nicht selten sichtbar.
Nach einer Woche beginnen ab dem Beginn des Auftretens der ersten Symptome beim Kranken Bewusstlosigkeit, Schläfrigkeit und Wahn aufzutreten.
Beim Bauchtyphus wird eine relative Bradykardie beobachtet – die Nichtübereinstimmung der Pulsfrequenz zur bei dem Kranken vorliegenden Temperatur. Dieses Symptom des Bauchtyphus entsteht infolge einer starken Intoxikation und einer Infektion des kardiovaskulären Systems.
Ab dem 9. Tag erscheinen 10 Tage nach Beginn der Erkrankung auf Haut von Rücken, Brust und Bauch kleine, zarte rosa Flechte (Roseolen). Die Elemente dieser Blüte sind oberhalb der Haut leicht erhoben und verschwinden bei Druck darauf.
Zwischen dem 10. und 15. Tag nach Erkrankungsbeginn beginnen die Symptome des Typhus allmählich zu schwinden. Die Körpertemperatur sinkt fließend, und es tritt die Phase der Rekonvaleszenz (Genesung und Wiederherstellung des Organismus) ein.
Komplikationen treten beim Typhus abdominales gewöhnlich selten auf und werden meist bei Kindern im jüngeren Alter sowie bei älteren Personen beobachtet. Sie hängen mit dem Geschwürprozess im Darmkanal zusammen: durch Perforation der Geschwüre und/oder Blutungen aus ihnen.
Die Diagnostik des Typhus abdominales, insbesondere in den frühen Stadien der Erkrankung, stellt bestimmte Schwierigkeiten dar. Zur Bestätigung der Diagnose werden labormedizinische Methoden eingesetzt. Bereits am Anfang der Krankheit wird eine Blutkultur durchgeführt. Für diese Analyse werden 10,0 ml Blut aus einer Vene des Patienten entnommen und unter Beachtung aseptischer Maßnahmen in ein steriles Glasgefäß mit Gallenbouillon überführt.
Ab Beginn der zweiten Krankheitswoche wird die Widal-Reaktion durchgeführt. Diese Untersuchung ist bei wiederholten Bestimmungen wertvoller, wenn man den Anstieg des Antikörpertiters feststellen kann.
Ab dem 15. Tag nach Erkrankungsbeginn werden bakteriologische Blutkulturen von Stuhl und Urin durchgeführt.
In den ersten Krankheitsstadien zeigt die allgemeine Blutanalyse eine mäßige Leukozytose (Erhöhung der Leukozytenzahl), die im weiteren Verlauf durch das Felty-Syndrom (Senkung der Leukozytenzahl) ersetzt wird.
So ermöglichen die Laboruntersuchungen den Ärzten, rechtzeitig und genau die richtige Diagnose zu stellen und dem Patienten die adäquate Behandlung zuzuweisen.
Beim Bauchtyphus ist die Beachtung strenger Bettruhe seitens der Patientinnen sehr wichtig; sie soll mit den ersten Krankheitstagen beginnen und noch mindestens zwei Wochen nach der Normalisierung der Körpertemperatur fortgesetzt werden.
Die Pharmakotherapie des Bauchtyphus erfolgt unter Einsatz von Antibiotika. Meistens werden Levomyzin oder Ampicillin verwendet. Die antibakterielle Therapie wird auch nach dem Rückgang der Temperatur fortgeführt.
Bei ausgeprägter Intoxikation wird eine Desintoxikationstherapie durchgeführt (intravenöse Gabe von Salzlösungen, Glukose und Vitaminen).
Für die erfolgreiche Behandlung des Bauchtyphus spielt die Diättherapie eine wesentliche Rolle. Dem Kranken werden abgeriebene Suppen, saure Milchprodukte, Gelees, Gemüsepürees, weiche Eier, Dampfkoteletts sowie Suchariki aus Weißbrot empfohlen. Die Flüssigkeitszufuhr sollte reichlich sein, um die Ausprägung der Intoxikationserscheinungen zu verringern.
Im Kampf gegen diese Erkrankung spielt die gut organisierte Arbeit des Sanitätsdienstes eine große Rolle, der die Überwachung von Lebensmitteln und Wasser realisiert. Es ist notwendig, regelmäßige Untersuchungen auf Typhusbazillen bei Mitarbeitern von Kindereinrichtungen sowie bei Wasserentnahmen und Unternehmen der Ernährung durchzuführen; dies stellt ein wichtiges Maß der Bauchtyphus-Prophylaxe dar.
Alle Patientinnen müssen bis zur vollständigen Genesung isoliert werden. Ihre Entlassung aus dem Krankenhaus darf nur nach negativen Ergebnissen dreifacher bakteriologischer Untersuchungen von Stuhl und Urin erfolgen.
Im Herd der Erkrankung muss laufend, und zwar auch nach der Einweisung des Kranken in die Anstalt oder seiner Genesung, zwingend eine Schlussdesinfektion durchgeführt werden.
Die persönliche Prophylaxe des Bauchtyphus besteht in der strengsten Beachtung üblicher sanitärer und hygienischer Maßnahmen: das Händewaschen nach dem Besuch der Toilette und vor dem Essen sowie das Waschen von Gemüse und Früchten vor dem Verzehr. Ungekochtes Wasser aus unkontrollierten Quellen darf nicht getrunken werden.
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