Wesentliches > Erkrankungen > Die Kieferhöhlenentzündung

Die Kieferhöhlenentzündung

Gaimoritis (Kieferhöhlenentzündung)

Die Kieferhöhlenentzündung – die Entzündung der Kieferhöhle.

Die Kieferhöhlen sind paarige Hohlräume im Nasenseptum; sie befinden sich beidseitig im Schädel hinter den Nasengängen und sind von Schleimhaut ausgekleidet. Über einen engen Kanal (1–3 mm) stehen die Kieferhöhlen mit der Nase in Verbindung. Diese Höhlen erfüllen wichtige Funktionen: Sie erwärmen und reinigen das eingeatmete Luftvolumen (deshalb sollte man vorrangig durch die Nase atmen, nicht durch den Mund) sowie fungieren als Resonanzräume beim Sprechen von Klängen. Bei einer Kieferhöhlenentzündung werden beide Funktionen beeinträchtigt.

Ursachen der Kieferhöhlenentzündung

Meist entwickelt sich die Kieferhöhlenentzündung als Komplikation nach einer viralen Infektion wie ORS, ORVI oder Influenza. Diese Virusinfektionen gehen mit einer Rhinitis einher; dabei entzündet und schwillt die Nasenschleimhaut an. Da diese Schleimhaut direkt mit der Kieferhöhlenschleimhaut verbunden ist, wird die Entzündung zwangsläufig in die Höhle übertragen. Daher verändert sich bei Schnupfen die Stimme und erhält einen charakteristischen „nasalen" Klang. Da die Verbindungswege zwischen Nase und Kieferhöhle sehr eng sind, können sie durch Schwellungen der Schleimhaut vollständig verschlossen werden. In dieser geschlossenen Höhle sammeln sich Sekret sowie weitere Entzündungsprodukte an, bis sich Eiter bildet – so beginnt die Kieferhöhlenentzündung.

Eine Ursache für eine Infektion in den Kieferhöhlen kann ein entzündlicher Prozess im Bereich der oberen Backenzähne sein. In diesem Fall entsteht eine odontogene Kieferhöhlenentzündung, die nicht von einer Rhinitis vorangegangen ist. Ein weiterer Auslöser für die Entwicklung einer Kieferhöhlenentzündung ist Allergie, insbesondere allergische Rhinitis.

Formen der Kieferhöhlenentzündung

Die Kieferhöhlenentzündung kann ein- oder beidseitig auftreten.

Nach dem klinischen Verlauf akut oder chronisch.

Je nach Charakter der Entzündung kann die akute Kieferhöhlenentzündung katarrhalisch oder eitrig sein. Die chronischen Kieferhöhlenentzündungen lassen sich wie folgt klassifizieren:

  • Die hyperplastische Kieferhöhlenentzündung, bei der die Schleimhaut den Lichtstreifen des Nasenraums und das Öffnungslumen einengt, wodurch der Nasenraum mit dem Höhlensinus verbunden ist;
  • Die polypöse Kieferhöhlenentzündung, bei der sich auf der Schleimhaut des Kiefersinus Polypen – großknotige Wucherungen – bilden, die den Sinusraum vollständig ausfüllen;
  • Der atrophische Typ. Bei dieser Form der Kieferhöhlenentzündung hört die Schleimhaut auf, ihre Funktionen zu erfüllen;
  • Der gemischte Typ. Beim gemischten Verlauf der Kieferhöhlenentzündung treten an der Schleimhaut des Kiefersinus Bereiche mit verschiedenen Formen chronischer Entzündungsprozesse auf.

Die Merkmale der Kieferhöhlenentzündung

Symptome der Kieferhöhlenentzündung

Die Symptome der Kieferhöhlenentzündung treten gewöhnlich am fünften bis siebenten Tag nach einer Virusinfektion auf, wenn anstelle der erwarteten Besserung eine Verschlimmerung des Allgemeinzustands eintritt: die Temperatur steigt an und es entsteht Kopfschmerz. Der Schmerz verstärkt sich bei Druck auf die Wange im Bereich des Nasenwurzelgelenks. Ein charakteristisches Merkmal ist die Veränderung des Sekretes aus der Nase, das eitrig wird und einen unangenehmen, stagnierenden Geruch entwickelt.

Die Symptome der chronischen Kieferhöhlenentzündung treten periodisch auf, da für diese Form ein Verlauf mit Remissionen und Exazerbationen typisch ist. Während der Exazerbationen verläuft die Entzündung akut ähnlich, während in den Remissionsphasien der Patient meist keine Beschwerden hat oder lediglich häufige Kopfschmerzen auftreten.

Ein weiteres Merkmal der chronischen Kieferhöhlenentzündung ist die Neigung zu Virusinfektionen, da einerseits der Herd der chronischen Infektion im Organismus die Immunität weiter schwächt und andererseits die Schleimhaut des Kiefersinus ihre Funktionen zur Reinigung und Erwärmung der Luft nicht mehr erfüllt. Durch diese Veränderungen entsteht ein weiteres Symptom – „Nasale Stimme".

Besonderheiten des Abflusses bei einer Kieferhöhlenentzündung im Kindesalter

Bei Kindern bis zum vierten Jahr tritt eine Kieferhöhlenentzündung aufgrund anatomischer Besonderheiten nicht auf, da die Kieferhöhlen in diesem Alter noch nicht entwickelt sind und lediglich enge Spalten ohne Luftinhalt darstellen. Erst ab dem vierten Jahr entwickeln sich je nach Größe der Gesichtsknochen des Schädels die Busen zu Höhlen, die von der Schleimhaut ausgekleidet sind; ab diesem Alter können Kieferhöhlenentzündungen bei Kindern aus denselben Gründen entstehen wie bei Erwachsenen.

Eine Besonderheit des Abflusses bei einer Kieferhöhlenentzündung im Kindesalter ist die Neigung zu einem rascheren Verlauf des Prozesses. Wie andere Infektionskrankheiten tritt eine Kieferhöhlenentzündung bei Kindern häufiger und akuter auf als bei Erwachsenen. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass sich die Entzündung, obwohl sie beim Erwachsenen leichter verläuft, über den Rahmen der Kieferhöhlen hinaus ausdehnt, beispielsweise in den Nasenrachenraum; da Kinder respiratorischen Infektionen und Schnupfen häufiger entwickeln, bleibt eine Kieferhöhlenentzündung bei Kindern oft lange Zeit unerkannt.

Behandlung der Kieferhöhlenentzündung

Helomirtol bei der Behandlung der Kieferhöhlenentzündung

Die Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung erfolgt überwiegend konservativ durch die Kombination von allgemeiner und lokaler medikamentöser Therapie sowie Physiotherapie; jedoch werden schwere, fortgeschrittene Fälle operativ behandelt.

Die allgemeine Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung wird je nach Ursache und Form der Erkrankung festgelegt. Bei infektiösen Kieferhöhlenentzündungen können antibakterielle und antiphlogistische Mittel eingesetzt werden. In jüngerer Zeit hat sich die ärztliche Taktik bezüglich der Antibiotika-Anwendung geändert: Während früher eine allgemeine antibiotische Therapie als notwendig galt, wird sie heute nur noch bei schweren Verläufen durchgeführt; die Präferenz liegt nun wieder bei der lokalen Anwendung antibakterieller Präparate.

Dies begründet sich damit, dass durch die Ödeme in der Schleimhaut des Kieferhöhlenraums der Blutkreislauf beeinträchtigt wird, wodurch Antibiotika aus dem Blut zum Wirkort nur in sehr geringen Mengen gelangen; gleichzeitig zirkuliert eine große Menge im gesamten Organismus. Dabei muss berücksichtigt werden, dass eine antibiotische Therapie stets das Risiko einer Immunitätsunterdrückung mit sich bringt; folglich sind Antibiotika bei Kieferhöhlenentzündungen oft nicht effektiv, da der Schaden größer ist als der Nutzen.

Für die Behandlung allergischer Kieferhöhlenentzündungen werden Antihistaminika eingesetzt.

Die Hauptbehandlung bei allen Arten von Kieferhöhlenentzündungen besteht in der lokalen Therapie; diese umfasst zunächst das Einträufeln abschwellender Lösungen an den ersten fünf Krankheitstagen zur Reduktion des Schleimhautödems und Förderung des Abflusses. Es ist zu beachten, dass abschwellende Tropfen in späteren Stadien und bei langdauernden Entzündungen weniger wirksam sind; stattdessen wird das Waschen der Nase mit antiphlogistischen Lösungen alle 3 bis 4 Stunden empfohlen.

Wenn es misslingt, einen Abfluss zu schaffen und den Eiter aus den Kieferhöhlen zu entfernen, wird unter polyklinischen Bedingungen ein Loch in die Nasennebenhöhle (Busen) mittels einer langen Nadel gelegt, um das Sekret des Zerfalls direkt zu evakuieren und die Höhle anschließend mit Lösungen zur Desinfektion auszuspülen.

Zur Behandlung einer chronischen Kieferhöhlenentzündung werden allgemein kräftigende Mittel verschrieben; dabei erweist sich die Physiotherapie (UWTSCH, UHF, Laser- und Magnetotherapie) als besonders wirksam. Zudem ist eine Sanierung des Mundraums notwendig, um das Eindringen von Infektionen aus kariösen Zähnen des Oberkiefers auszuschließen.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Um selbst die kürzesten und einfachsten Wörter zu sagen, werden 72 Muskeln eingesetzt.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt