Gonorrhoe bei Frauen

Gonorrhöe ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger über den sexuellen Weg übertragen wird. Bei Frauen weist die Erkrankung aufgrund der anatomischen Besonderheiten des weiblichen Genitaltrakts spezifische Merkmale auf. Unbehandelt kann sie chronisch verlaufen und zu Unfruchtbarkeit führen.

Ursachen der Gonorrhoe bei Frauen

In den meisten Fällen erfolgt eine Infektion durch ungeschützten sexuellen Kontakt mit einem Träger der Gonorrhöe. Selten tritt die Ansteckung über häusliche Gegenstände wie Handtücher oder Waschlappen auf, wobei jüngere Mädchen (2–6 Jahre) häufiger betroffen sind; hier ist meist die verseuchte Mutter die Infektionsquelle.

Der Erreger der Gonorrhoe ist Neisseria gonorrhoeae. Diese Bakterien sind resistent gegen Austrocknung, empfindlich gegenüber Desinfektionsmitteln und werden bei Temperaturen über 55 °C abgetötet. Aufgrund ihrer hohen Haftfähigkeit beträgt die Übertragungswahrscheinlichkeit beim direkten Kontakt etwa 70 %.

Symptome der Gonorrhoe bei Frauen

Die Erkrankung ist durch ihre „Hinterlistigkeit" gekennzeichnet: Frühe Symptome fehlen häufig, was zu einem verwischten Krankheitsbild führt. Dies begünstigt eine Ausbreitung auf weitere Organe des weiblichen Genitaltrakts und fördert die Chronifizierung im Vergleich zur Gonorrhoe bei Männern.

Im Anfangsstadium der akuten Form bleiben Infektionen der unteren Harnwege (Schamlippen, Scheide, Gebärmutterhalskanal, Harnröhre) oft symptomarm. Mögliche Zeichen sind leichtes Harnbrennen, Juckreiz und dicke weiße Sekrete. Wird hier nicht behandelt, breitet sich die Infektion auf das obere Genitaltrakt aus (Eileiter, Paraurethraldrüsen), was zu stärkeren Symptomen wie Unterbauchschmerzen, Fieber, ausgeprägter Allgemeinsymptomatik, häufigem dysurischen Beschwerden und Störungen des Menstruationszyklus führt.

Bei Übergang des entzündlichen Prozesses in einen chronischen Verlauf werden die Merkmale der Gonorrhöe bei Frauen wieder verwischt; als Hauptsymptome gelten hierbei Störungen des Menstruationszyklus und Unfruchtbarkeit.

In einigen Fällen können typische Symptome der Gonorrhöe bei Frauen fehlen, sodass die Erkrankung in einer verwischten Form verläuft, bis sie entweder durch den sexuellen Kontakt mit einem infizierten Partner oder bei einer Untersuchung aus anderem Anlass aufgedeckt wird.

Da der Neisser-Diplokokkus das Epithel primär an der Infektionsstelle befällt, manifestieren sich die Symptome der Gonorrhöe bei Frauen bei oraler oder analer Übertragung als gonokokkale Stomatitis, Tonsillitis, Pharyngitis sowie Proktitis.

Diagnostik der Gonorrhöe bei Frauen

Die Diagnose der Gonorrhöe bei Frauen erfolgt mittels bakteriologischer Untersuchung des Scheidenabstrichs; ein diagnostisches Kriterium ist das Nachweis von Neisser-Diplokokken im Abstrich, wobei in den letzten Jahren eine Isolierung dieser Bakterien seltener geworden und Polyinfektionen mit anderen Geschlechtskrankheiten häufiger vorkommen.

Behandlung der Gonorrhöe bei Frauen

Norfloxacine zur Behandlung der Gonorrhöe bei Frauen

Die Behandlung der Gonorrhöe bei Frauen sowie bei Männern muss sofort nach Bestätigung der Diagnose eingeleitet werden; je später die Therapie beginnt, desto höher ist das Risiko für irreversible Veränderungen in den Gebärmutteranhängen infolge des chronischen Entzündungsprozesses.

Eine Hauptmethode der Behandlung der Gonorrhöe bei Frauen ist die Antibiotikatherapie mit Präparaten der neuesten Generation, die gegen gramnegative Flora wirken; da Neisser-Diplokokken eine Antibiotika-Resistenz entwickeln können und die Dosierung je nach Erkrankungsstadium variiert, ist eine Selbstmedikation unzulässig.

Die Anwendung von Antibiotika kann zu einer Dysbiose des Darmtrakts sowie der Scheide führen; daher sollte die Behandlung der Gonorrhöe bei Frauen durch die Einnahme von Präparaten zur Wiederherstellung der Mikroflora ergänzt werden, wobei das Vermeiden von Alkohol und sexuellen Kontakten eine wesentliche Voraussetzung darstellt. Die Therapie erfolgt unter bakteriologischer Kontrolle und gilt als geheilt, wenn Kontrolluntersuchungen das Fehlen von Neisser-Diplokokken im Abstrich oder Tupfer bestätigen.

Folgen der Gonorrhöe bei Frauen

Wie bereits erwähnt, kann eine langdauernde Gonorrhöe bei Frauen zu einer Entzündung des Eileiters führen, was ein Grund für Unfruchtbarkeit ist und das Risiko eines ungewollten Schwangerschaftsausgangs erheblich erhöht; meist endet die Schwangerschaft bei gonorrhekranken Frauen durch Abort oder Frühgeburt, wobei das Kind beim Durchgang durch den Geburtskanal direkt mit dem Erreger in Kontakt kommt, was zu einer Gonore-Blepharitis und Konjunktivitis des Neugeborenen führt.

Ob Das müssen Sie wissen:

Der 74-jährige Australier James Harrison wurde über 1000 Mal Blutspender; bei ihm ist eine seltene Blutgruppe, deren Antikörper dazu beitragen, dass Neugeborene mit schwerer Anämie überleben können, sodass er etwa zwei Millionen Kinder gerettet hat.


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