Die Fluorose

Symptome der Fluorose

Die Fluorose – eine endemische (charakteristisch für ein bestimmtes Gebiet) oder Berufskrankheit, deren Ursache im erhöhten Gehalt an Fluor in Wasser, Lebensmitteln und der Umwelt liegt. Im 18. Jahrhundert nannten sie aufgrund der charakteristischen Veränderungen des Zahnschmelzes die Fluorose „gefleckter Schmelz" oder „geflokkte Zähne".

Zur Risikogruppe bei der professionellen Fluorose gehören Arbeiter in Produktionsbetrieben, die mit Ausstoß von Fluorverbindungen in die Luft verbunden sind. Hochkonzentrierte Fluorverbindungen im gasförmigen Zustand provozieren atrophische Veränderungen in Schleimhaut und Atemwegen, wodurch Erkrankungen wie Laryngitis, Rhinitis, Pharyngitis und Fluorose entstehen können. Häufig treten zudem Veränderungen der inneren Organe und des Knochengewebes auf. Die Ätiologie (die Ursache) der endemischen Fluorose ist nicht immer direkt vom Fluorgehalt im Wasser abhängig (die Norm für die Konzentration dieses Elements liegt bei 0,7–1,3 Milligramm/l). Eine große Rolle bei der Entwicklung der Fluorose spielt die Beachtung des Ernährungsregimes, das Wohnumfeld und die Verweildauer in dieser Zone. Auch soziale Faktoren sind nicht unwesentlich.

Die Hauptsymptome der Fluorose

Die Erscheinungsformen dieser Erkrankung in der Zahnheilkunde sind am charakteristischsten – meist wird sie durch eine Schädigung des Zahnschmelzes begrenzt. Dabei betrifft die Fluorose tatsächlich keine Milchzähne, da ihre Mineralisierung bereits im Mutterleib der Mutter stattfindet; daher wird angenommen, dass die Plazenta große Mengen an Fluor zurückhält. Obwohl nicht ausgeschlossen ist, dass bei sehr hohen Fluorkonzentrationen eine Fluorose der Zähne auch bei ganz kleinen Kindern auftreten kann.

Bezogen auf den Zahnschmelz betrifft die Fluorose bei Kindern meist die symmetrischen bleibenden Zähne, beispielsweise die zentralen Schneidezähne. In der Regel treten die ersten klinischen Symptome bald nach dem Zahnwechsel auf. Dabei wird der Schmelz matt, verliert seine Transparenz und auf seiner Oberfläche erscheinen zunächst milchweiße Flecken, später dann gelbbraune Verfärbungen.

Die Stufen des Fluorose-Schmelzmangels gemäß der WHO-Einordnung:

  • Die sehr leichte Form der Fluorose. Die Farbe des Zahnschmelzes ist tatsächlich unverändert.
  • Die milde Form der Fluorose. Es wird das Auftreten milchiger Streifen oder kleiner Flecken auf den einzelnen Zähnen beobachtet; dabei überschreitet die Infektionsfläche 25 % der Gesamtzahnkrone nicht.
  • Die mäßige Form der Fluorose. Die Fläche der Infektion durch Flecken und Streifen erreicht 50 %.
  • Die mittlere Stufe: Hier erscheinen die Flecken in brauner oder gelblicher Farbe; für diese Stufe ist eine erhöhte Kariesneigung charakteristisch.
  • Die schwere Form der Fluorose. Die Infektion betrifft einen größeren Bereich der Zahnkrone, verbunden mit einer strukturellen Pigmentierung und Defekten des Zahnschmelzes (Entstellung). Der Schmelz ist dem Abrieb und Abriss unterworfen; bei dieser Stufe kann die Fluorose auch das Knochengewebe des Skeletts betreffen.

Die Diagnostik der Fluorose.

Die Diagnose der Fluorose gestaltet sich beim Kind wie beim Erwachsenen als einfache Aufgabe. Sie kann bereits durch Kinder- oder Zahnärzte gestellt werden und basiert auf den klinischen Erscheinungsformen, die für verschiedene Stufen charakteristisch sind. Der Experte muss jedoch zwischen Karies (im Stadium des Flecks) und Fluorose differenzieren: Während Karies an typischen Stellen lokalisierte Infektionen zeigt, manifestiert sich die Fluorose durch diffuse Veränderungen, die kurz nach dem Durchbruch der bleibenden Zähne auftreten.

Die Behandlung der Fluorose der Zähne.

Falls die Diagnostik eine Fluorose beim Kind bestätigt, erfolgt die Behandlung je nach Schweregrad der Erkrankung.

Die Methoden der Behandlung.

  • Bei der ersten, leichten Stufe wird die Fluorose durch Bleichverfahren und anschließende remineralisierende Therapie behandelt, bei der die Zahnhartsubstanzen mit Verbindungen verschiedener Mikroelemente (Phosphor, Kalzium etc.) gesättigt werden.
  • Bei fluorosemischen Veränderungen mittlerer und schwerer Stufen mit destruktiven Defekten des Schmelzes oder Zahns werden folgende Behandlungsmethoden angewendet: die Wiederherstellung betroffener Bereiche mittels kompositischer Materialien oder unter Nutzung orthopädischer Konstruktionen.

Die Prophylaxe der Erkrankung.

Kindliche Zahnpasta bei der Vorbeugung von Fluorose

Die Fluorose-Prophylaxe umfasst kollektive und individuelle Maßnahmen.

Zu den öffentlichen Schutzmaßnahmen gegen Fluorose gehören:

  • Der Neubau oder die Rekonstruktion alter Wasserklärwerke, die das Wasser fluorieren können.
  • Die Vermischung von Gewässern mit unterschiedlichem Fluorgehalt, was zu einer Senkung des Fluorkonzenstrationsgehalts führt.
  • Die Anwendung von Wasserfiltern aus gebranntem Knochen oder sinterter Tonerde.
  • Die Versorgung des Sommeraufenthalts von Kindern an Orten mit niedrigem Fluorgehalt.
  • Das Verbot der Nutzung von Wasser mit hohem Fluorgehalt in Kindereinrichtungen sowie die Versorgung dieser Einrichtungen mit importiertem Wasser.
  • Die Einfuhr von Gemüse und Früchten auf die betreffenden Gebiete, die dort angebaut wurden, wo der Fluorgehalt innerhalb der Normgrenzen liegt.

Um der Entwicklung einer Fluorose vorzubeugen, ist auch eine individuelle Prophylaxe notwendig, die Folgendes einschließt:

  • Den Wechsel der Trinkwasserquelle; hierfür kann man Wasser mit einem optimalen Gehalt an Mineralstoffen verwenden.
  • Nach Möglichkeit die Versorgung der körperlichen Ernährung von Neugeborenen.
  • Die Bereicherung der Nahrung mit Vitaminen der Gruppen B, C und D, sowie mit Calcium- und Phosphorsalzen. Aus der Ration sind Lebensmittel auszuschließen, die große Mengen an Fluorid enthalten – wie Meeresfisch, geschmolzenes fetthaltiges Fleisch und festen Tee.
  • Die Erhöhung des Anteils von Milchprodukten, Gemüse und Früchten; diese verfügen über eine fluorosehemmende Wirkung. Für den Winter ist eine Steigerung der Zufuhr an Multivitaminen sowie die Aufnahme von Calciumgluconat und Fischöl notwendig. Alle Änderungen in der Ernährung müssen mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
  • Eine sorgfältige und systematische Zahnpflege unter Anwendung von Zahnpasten, die Calciumglycerophosphat enthalten.

Diese Schutzmaßnahmen tragen zur Verringerung der Erscheinungsformen dieser Erkrankung bei Kindern bei; ein systematischer Zahnarztbesuch wird das Lächeln nicht nur strahlend, sondern auch gesund machen!

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Früher wurde angenommen, dass Sauerstoff den Organismus anreichert; diese Meinung wurde jedoch widerlegt. Wissenschaftler haben bewiesen, dass tiefes Einatmen und Kühlen des Gehirns die Arbeitsfähigkeit verbessern.


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